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Mittwoch, 2. März 2016

IWA 2016 - MORA mit neuen Messern!
























Die IWA 2016 nähert sich mit Riesen Schritten - und die Einschläge interessanter Neuigkeiten kommen näher! Seit der SHOT Show in Vegas warten viele MORA Fans auf das Garberg, manche freudig, manche mit Skepsis! Aber heute hat MORA die Bombe platzen lassen: Neben dem Garberg (das neue Full-Tang Modell) findet man auf der IWA Info Seite auch das "ELDRIS", ein kleines Neckknife in der Form bekannter Puukos sowie das "KANSBOL", eine Neuauflage des beliebten MORA2000! Angesichts der Tatsache, dass ich schon vor 3 Jahren gesagt habe, dass ein MORA Neckknife und ein MORA Campknife ein Traum währen und ich vor gut 2 Wochen noch darüber philosophierte, ob das MORA Garberg ein Anzeichen für ein neues MORA 2000 im aktuellen Gewand sein könnte, bleiben mir nur noch 2 Sachen zu tun:

1) Lotto Spielen!
2) vor MORA den Hut ziehen!

Donnerstag, 25. Februar 2016

Mora Pathfinder - ein Freund auf allen Wegen?



















Hallo zusammen,
nach langer Zeit der Abwesenheit kommt wieder ein Review von mir. Das Mora Pathfinder ist nun seit über einem Jahr auf dem Markt und fast eben so lange bei mir im Gebrauch. Nach fast einem Jahr Nutzung möchte ich hier nun meine Erfahrungen teilen. 

Beim Mora Pathfinder handelt es sich um das bisher grösste Messer von Mora, das für den Outdoor Sektor konzipiert ist. Es kommt mit einer Klingenlänge von ca. 17,cm und einem Griff mit ca. 12,0 cm, was eine Gesamtlänge von grob 30cm ausmacht. Die ca. 2,7 cm breite Klinge ist durchgehend ca. 3,2 mm dick. Das Messer wiegt ca. 167 g und kommt mit einer Nylonscheide. Es platziert sich damit in einer Klasse mit dem Fällkniven S1, Peltonen M95 und dem Cold Steel SRK und fällt in die Kategorie der "Camp Knifes". 

Der erste Eindruck war eher gemixt! Ich kannte die Prototypen von der IWA und das Messer hatte mich begeistert, als jedoch das Messer dann vor mir lag, war der erste Gedanke "Ernsthaft? 86,90EUR für das Mora Metzgermesser im Bushcraftgriff?!". Dennoch ist das Messer mit mein häufigster Begleiter geworden!

Wenige Monate bevor ich das Messer erhielt, war ich mit einem guten Freund auf einer Tour in Süddeutschland. Nach einem mittelmäßigen Start ging es mir richtig schlecht und wir brachen ab. Um mich zu schonen, wollten wir die Strecke abkürzen - und gerieten in ein fieses Dickicht! Der Wunsch nach einem "kleinen Buschmesser" war groß! Heute halte ich eben diese Lösung in den Händen!

Das Messer kommt mit dem von Mora bekannten Scandischliff, meine ersten Bedenken, er könnte bei harten Arbeiten ausbrechen waren unbegründet, selbst Arbeit mit Hartholz ließen das Messer kalt. Ich habe, dennoch, eine Sekundärfase geschliffen, wie man auf dem oberen Bild erkennt. Zum einen, um leichter Schleifen zu können und zum anderen um die Beschichtung zu erhalten. Genau genommen ist es keine echte Beschichtung, sondern eine, Mora-eigene, Oberflächenbehandlung! Ein Clou daran ist, dass man trotz der Oberfläche problemlos den Klingenrücken zum schaben, als Ziehmesser/Hobel oder Anreisser für Feuerstähle hernehmen kann! Die Klinge selbst ist, wie bei Mora üblich, über eine Steckangel in den Griff gebacken und nicht voll durchgehend. Ich konnte dennoch keine Ermüdung feststellen.

Die Scheide ist, untypisch für Mora, nicht aus Kunststoff sondern aus Nylon. Mora geht hier einen neuen Weg und möchte die Scheide für MOLLE/PALS Systeme kompatibel anbieten. Generell eine gute Idee, dennoch ist gerade die Scheide für mich zum Reizpunkt geworden. Aussen vor gelassen, dass eine Köcherscheide, wie beim Mora Bushcraft einfach wertiger wirkt, ist die Umsetzung nicht so toll gelungen. Die Bedienung der Sicherungslasche ist mit Handschuhen sehr fummelig (wieder vermisse ich das "Klack und gut" der Bushcraft Scheide). Moras grösste Innovation ist leider auch mein größter Kritikpunkt: Die Umsetzug der MOLLE Scheide ist nicht gut gelungen. Das liegt nicht etwa an der Verarbeitung, die ist wirklich gut, sondern schlicht daran, dass der MOLLE Standard nicht eingehalten wird. MOLLE Schlaufen auf Trägersystemen müssen 1" hoch sein, einen vertikalen Abstand von 1" aufweisen und 1,5" breit sein. Um einen sicheren Sitz zu gewähren, müssen ergo die Gegenschlaufen bei MOLLE Taschen oder Messerscheiden auch darauf abgestimmt sein. Leider sind sie das nicht. Der Schlaufenabstand beträgt 30mm statt der standardisierten 25,4mm und die Schlaufenbreite ist nur 20mm statt der nötigen 25,4, dadurch wird die Montage an standardisierten PALS Systemen schwer. Das ohne Knopf auskommende Stecksystem wiederum weiß zu gefallen!

Ich habe das Messer immer am oder im Rucksack mitgeführt und für nahezu alle Tätigkeiten, vom Fleisch zerlegen über Holz spalten bis hin zum schnitzen verwendet. Performance war top, die Schnitthaltigkeit OK. Nachschleifen ging flott, nach 2 Tagen Wald und Wiese reichte meist ein abziehen auf dem Arkansas Stein und ein paar Striche über das Schleifleder! Durch das geringe Gewicht hatte ich das Messer immer dabei, ohne mir einen Kopf über den "Brauchst Du das wirklich" Faktor zu machen und konnte so auf darauf zurückgreifen. Vor allem beim Lagerbau, beim entasten von Stangen und bei der Vorbereitung von Jägerbetten war das Messer ein top Werkzeug. Einzig das Fehlen einer Fangriemenöse habe ich bedauert, sodass ich mir vor 3 Monaten dann ein Herz gefasst, den Griff angebohrt und dies nachgeholt habe! Damit habe ich dann auch mal meinen Sohn arbeiten lassen. 

Auf der Haben-Seite hat das Mora Pathfinder auf jeden Fall das geringe Gewicht, die Haptik und den, für ein derart leichtes Messer, doch recht beeindruckenden "UUUMPH" beim arbeiten, sowie die sehr gute Oberflächenbehandlung und die gute Härtung.

Auf der Soll-Seite würde ich mir langfristig doch wieder eine Kunststoffscheide und eine Fangriemen-Öse wünschen! 

Mein Fazit zum "Mora Metzgermesser im Bushcraftgriff", im Vergleich zu seinen 3 Mitbewerbern: Vom Preisfaktor her kann nur das Peltonen M95 heran gezogen werden, das bringt zusätzlich die differentiell gehärtete Schneide und eine bessere Scheide mit, ist dafür aber auch beim Hieb deutlich schwächer. Das S1 und das SRK sind stabiler, aber auch schwerer (und teurer). Tatsächlich schafft sich das Pathfinder aktuell eine kleine, eigene Nische, als leichtes Campknife, dass, dem Oxymoron zum Trotz, gut funktioniert! Ob die 86,90EUR dafür gut angelegt sind, muss jeder selbst entscheiden, in der Gewichtsklasse gibt es aber wenig Alternativen!

Erhältlich ist das Messer bei HKGT, alle Rechten an den Bildern liegen beim Autor!


Dienstag, 9. Dezember 2014

Das Voyageur Konzept

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Einführung
Voyageurs waren die, meist französisch-stämmigen, Pelzhändler, die mit Entstehung der Hudson Bay oder North-West Trading Company im Kanada des 19ten Jahrhunderts das Bild der kanadischen Flüsse und Seen bestimmten - und halfen Kanada einen Platz auf den Landkarten Europas zu verschaffen! Ihre Arbeitstage mit den schweren und überlangen Kanadier Booten waren meist bis zu 14 Stunden lang. Sie drangen damit tief in die Wildnis Kanadas vor. Bei solchen Pionierleistungen war Hilfe von außerhalb nicht verfügbar und kleine Fehler, wie das Vergessen einer Streichholzschachtel konnte zum scheitern der Expedition oder sogar zum Tod der Teilnehmer führen. Das Konzept der Voyageurs war einfach, effektiv und hat auch heute nichts an Aktualität verloren.

Idee

Die Voyageurs begannen ihre Expeditionen vor Anbruch des Tages und paddelten bis Sonnenuntergang - mit einer Ausnahme: Am ersten Tag wurde das Lager schon nach 4-6h aufgeschlagen. Die Boote wurden entladen und jedes Ausrüstungsstück, egal ob benötigt oder nicht ausgepackt und, wenn auch nur kurz, genutzt. Stellte sich hier heraus dass ein Ausrüstungsstück fehlte, defekt war, dass Vorräte verdorben oder vergessen / nicht ausreichend gepackt waren, konnte ein Boot bemannt und zurück geschickt werden, um diese Lücken zu füllen. War diese Überprüfung abgeschlossen, starteten die Voyageurs auf ihre eigentliche Tour.

Ausführung

Dieses Konzept kann auch heute noch angewandt werden und bietet, gerade im Freizeit/Hobbybereich, einen nicht zu unterschätzten Nebeneffekt: In der "Testphase" kann sich der Körper an die Umgebung anpassen, akklimatisieren. Nach Beginn der Tour entfernt man sich von seinem Startpunkt (KFZ, Basislager, Unterkunft) maximal 3-4 Stunden und schlägt das Lager auf. Am Ausgangspunkt wird ein Set an ergänzender Ausrüstung deponiert, auf den zugegriffen werden kann. Werden beim Aufbau keine Versäumnisse offensichtlich, wird die Nacht an dieser Stelle verbracht, am nächsten Morgen wird das Resümee gezogen und entweder an der Ausrüstung nachgebessert oder die Aktion begonnen. Das Konzept kann an die Bedürfnisse der Aktion angepasst werden, als Beispiel soll eine Bergtour im alpinen Raum bei Bad Tölz, im deutsch-österreichischen Grenzgebiet dienen.
Ziel der Tour ist der Einstieg in den Staffelgraben sowie die Erkundung von Nebengräben und Tälern. Der Staffelgraben ist ein von mehreren Bächen gespeister Bachlauf der vor dem Sylvensteinspeicher auf deutscher Seite in die Isar mündet. Die Gruppe aus 3 Personen startet um 0900h am Morgen und quert die Isar am flussaufwärts gelegenen Damm und begibt sich zur Mündung des Staffelgrabens. Hier wird der erste Halt  außerhalb des NSGs eingelegt. Da im Staffelgraben kaum Platz für Tarps und andere Unterkünfte vermutet wird und ein Zelten/Lagern nicht erlaubt ist, schlafen die 3 Personen auf offener Fläche. Nach der ersten Nacht, wird festgestellt, dass der Brennstoffbedarf falsch kalkuliert war und ein Gruppenmitglied die Nachttemperaturen in Verbindung mit dem starken Tau unterschätzt hatte. So wird aus dem KFZ weiterer Brennstoff sowie ein Windsack nachgeholt und die Tour kann beginnen. Zugleich hat sich die Gruppe an den Luftdruck der Region gewöhnen können und kann nun entspannt in den Graben einsteigen.

Das Depot

Mit der deponierten Ausrüstung steht und fällt die Effektivität des Konzeptes. Entgegen den Voyageurs ist heute nicht jede Siedlung mit einem Gemischtwarenladen gesegnet, der neben Vorräten auch Decken, Seile, Kletterausrüstung und Werkzeug führt. Als Faustregel kann man sagen, das das Depot all das zur Verfügung stellen muss, was auch die (stark komprimierten) Anforderungen an einen SurvivalKit sind, also

- Wasser / Hydration (z.B. Platipusflaschen, Wasserfilter)
- Feuer (z.B. Brennstoff, Feuerzeug, Zunder, Kocher)
- Unterstand / Schutz (z.B. Tarp, Windsack, evtl. Zelt)
- Verpflegung (z.B. Rationen, Kochgeschirr)
- Orientierung / Navigation (Kompass, GPS, Kopie der Karte, Lampen/Licht)
- Verbrauchsmittel (Akkus, Streichhölzer, Gas, etc)
- Reparaturmittel (z.B. Klebeband, Heissklebestifte, Flickzeug, Nähzeug))
- Spezialausrüstung (z.B. Klettergeschirre, Signalmittel, Optik)
- Medikamente / Erste Hilfe

Diese Mittel müssen nicht extravagant, ultraleicht und super modern sein, aber sie müssen ihren Zweck erfüllen. Sie können je nach Anwendung variieren, eine universell anwendbare Liste kann hier nicht erstellt werden.

Abschlussbetrachtung
Das Konzept ist sicher nicht ohne Aufwand und es ist auch leichter, alles redundant mitzuführen (leichter im Kontext Aufwand, nicht Gewicht), aber es gibt auch eine gewisse Sicherheit und erlaubt es, freier zu agieren, da man ja ein gewisses Fallback System hat. Auch, und das ist gerade beim Hobby wichtig, verringert es drastisch die Gefahr, dass die ganze Unternehmung wegen einem Showstopper, eventuell auch noch von einer einzigen Person verursacht, abgebrochen werden muss!

Bildquelle: Susquehanna Chapter - Wooden Canoe Heritage Association - http://susquehanna-wcha.net/

Donnerstag, 26. Juni 2014

Dedizierte Sets für dedizierte Probleme

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Unlängst waren wir auf einer längeren Tour in den Alpen, wo ich einen neuen Rucksack (Fjällräven Helags40, Review kommt bald) mit hatte. In der Deckeltasche dieses Rucksack befand sich mein Medic Kit und ein wenig Kleinkram, Verbandspäckchen und Survivalkit waren in der Beintasche der Hose. Das brachte einige Fragen mit sich.

Da ich die Deckeltasche regelmäßig abkopple und daraus dann einen Daypack mache, war das mit häufigem Umpacken verbunden. An sich aber dumm, wenn der First Aid Kit dem Essen für ein kleines Scouting weichen muss. Daher habe ich etwas umgebaut.

Der erste Schritt, war den Medic Kit aufzusplitten, in Verband,  Erste Hilfe mit Wundversorgung, klein und Medikamente. Die absolut wichtigsten Medikamente habe ich auch im Geldbeutel und Survivalkit. Daher wurde hier schon Platz gespart, da die Medikamente im Frontfach des Rucksacks verbleiben können, die Komponente Wundversorgung aber in der Deckeltasche bleibt. Der Forstverband ist sowieso immer am Mann.

Auch der Survivalkit wurde geteilt. Das Schutzpaket enthält 30m Bankline, eine Rettungsdecke und einen orangen Poncho aus Vinyl. Je nach Bedarf, passt es in die Hose, die Deckeltasche oder bleibt im Lager. Der Survivalkit wurde auf das nötigste entschlackt, die Komponenten an sich aber aufgerüstet. Eine Toologic Survivalcard ersetzt das kleine Neckknife, ein Silva Kompass den Knopfkompass. Anstelle von Tampon/Vaseline befinden sich zwei Tütchen mit FIREDRAGON Brandgel im Set. Und das Set für (gegen!) Dehydration wurde um eine ultrakompakte 500ml Wasserflasche erweitert, die bereits Wasserentkeimer und Elektrolytpulver enthält.

Abgerundet wird das ganze durch ein Fliegersichtzeichen, das gleichzeitig als Tasche für alle Komponenten dient
.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Gearmentalität – Du bist, was Du schleppst

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Hallo zusammen, zum Start eine Frage: Was haben ein römischer Legionär am Hadrians Wall, ein Angelsächsischer Huscarl bei Hastings, ein Schütze der 95th Rifles bei Waterloo und ein Royal Marine in Helmand gemeinsam: Die Waffen haben sich weiterentwickelt, aber die Ausrüstung wiegt immer noch das selbe! Die größte Herausforderung moderner Ausrüstung ist nicht die Beschaffung der Ausrüstung, sondern der Transport. Durch geschickte Selektion kann man hier den Tücken aber ein Schnippchen schlagen.

Auswahl
Das wichtigste ist, Ausrüstung sinnvoll auszuwählen. Was aber ist sinnvoll? Ein Weg, den ich hier vorstellen möchte ist: Fokus auf Improvisation und beziehen von Ressourcen vor Ort. Was heißt das nun genau? Ganz einfach, das Ziel ist, möglichst viel der benötigten Ressourcen "on site" zu beziehen. Jeder hat sich schon mal Zeltstangen aus Holz gemacht oder Zelthaken geschnitzt. Aber auch die Maßnahme Wasser nicht von Deutschland nach Slowenien zu karren gehört dazu. Dazu gehört aber, die Ausrüstung richtig zu planen. Zum Beispiel habe ich, in Arealen wo die Landkarte Wasserläufe anzeigt, nur wenig Wasserflaschen, dafür aber einen Wasserfilter mit. Sich Handwerkzeug vor Ort zu machen (was sich zu 95% auf Holzarbeiten beschränkt), setzt gutes Werkzeug voraus. Ein kleines Schnitzmesser und eine Faltsäge ist hier besser geeignet als eine Machete. Die Fähigkeit Ausrüstung zu reparieren versetzt einen in die Lage, Ersatzausrüstung daheim zu lassen.

Dedizierte Ausrüstung
Ein weiterer Punkt, der immens wichtig ist: Ausrüstung MUSS auf die Situation zugeschnitten sein! Der Universalschlafsack für 4 Jahreszeiten (im Sommer bei 15° Tiefsttemperatur), das 1-4 Mann Kochgeschirr (auf der Tagestour), der Klappspaten (im Hochgebirge), sie alle machen das Paket schwer, und werden nicht gebraucht. Auch banale Sachen, wie Waschzeug lassen sich minimieren. Die Universalseife (für Kopf, Gesicht und Körper) kombiniert mit einem Microfaserhandtuch und einer kleinen Zahnbürste, mit einer kleinen Tube Zahncreme, anstelle dem schnellen Griff in den heimischen Spiegelschrank (und zu Badetuch und Rasierköfferchen) spart Platz. Ein Set aus Fleeceinlett, leichtem Schlafsack und gemäßigten Schafsack lässt sich mit einem Biwaksack zu allen Jahreszeiten kombinieren.

Fazit: Nehmt mit, was ihr WIRKLICH braucht, und nur das! Und die Ausrüstung muss fertig sein! Wenn zur Hose gegriffen wird, sollte der Riggersbelt schon dran sein, etc...

Umdenken beim planen und packen
Wichtig ist, sich davon zu lösen, das packen mit dem Gedanken "Was nehme ich mit" zu beginnen! Viel sinnvoller ist es, vorher zu überlegen wohin man geht und was auf einen zukommt. Die Packliste sollte also nicht so aussehen:
- US Tarp
- BW Schlafsack
- etc...

Da kommt wieder massig Kram mit, den man nicht braucht. Macht euch eine Bedarfsliste! Also klärt ein paar Tage vorher ab:
- Welches Wetter kann auf mich zukommen?
- Welche Ressourcen habe ich vor Ort?
- Was erwartet mich?

Dann macht eure Liste:
- Was trage ich an den Füssen?
- Welche Oberbekleidung nehme ich mit?
- Was brauche ich als Wetterschutz?
- Was trage ich auf dem Kopf wenn... (es regnet, kalt wird)?
- Worin schlafe ich, (was) brauche ich (als) Wetterschutz?
- Was esse ich, was brauche ich zur Zubereitung?
- etc...

Wenn ihr diese Liste fertig habt: Schaut durch, was davon redundant ist. Regenponcho und Tarp? Eins weg!
Und so macht ihr euer Gepäck und somit auch das Leben leichter!

Samstag, 5. April 2014

Licht an–Spot aus: MS 2000 Distress Marker

ms2000_tageslichtHallo, ich möchte hier den MS 2000 Distress Marker vorstellen, ein Stroboskop-basiertes Notlicht mit einem Xenon Blitzer, entworfen für die US Armee. Der MS2000 wiegt 150g mit Batterien (2xAA), hat in etwa die Größe eines Outdoorhandys und kostet, je nach Quelle 60-120EUR. Das Gerät wird aktuell bei allen Teilen der US Streitkräfte eingesetzt und ersetzt u.a. der SDU5 der Vietnam-Era. Der Marker dient als Markierung bei Nacht, sowohl im sichtbaren Bereich als auch infraroten Bereich und wird sowohl zur Freund Feind Kennung als auch als Notsignal, zur Markierung von Landezonen oder Feuerzonen genutzt.

Das Gerät kann in 3 Modi betrieben werden:

Weisslicht, Nacht: Hier wird die schwarze IR Kappe zurückgeklappt, der Marker blitzt im Sekundentakt im 360° Bereich, dies kann durch das aufziehen des äußeren Tubus auf einen ca 25°-45° Winkel begrenzt werden.
IR, Nacht: Die schwarze IR Kappe wird aufgesetzt, der Marker blitzt nach wie vor im Sekundentakt auf 360°, der Blitz ist aber nur mit Restlichtverstärkern zu sehen.
Signallicht, Tag: Die IR Kappe wird abgesetzt und der äußere Tubus zurückgezogen. Dadurch schiebt sich ein blauer Filter vor das Stroboskop. Der Marker kann jetzt für Signale bei Tag genutzt werden, muss aber auf das Ziel gerichtet werden.

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Das Gerät ist sehr robust, wasserdicht und arbeitet mit den üblichen Mignon (AA) Zellen. Als Sichtweiten gibt der Hersteller bis zu 12km bei Nacht und bis zu 2km bei Tag an.

Hersteller des Gerätes ist:

ACR Electronics, Inc.
5757 Ravenswood Road
Fort Lauderdale, Fl 33312
+1(954) 981-3333 • Fax +1 (954) 983-5087
http://www.acrelectronics.com
Email: info@acrelectronics.com

Dienstag, 25. März 2014

Das perfekte Messer – oder “Ein Messer ist besser als kein Messer!”

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Das perfekte Messer werde ich euch auch nicht zeigen können. Sorry! Aber eventuell kann ich euch helfen, die Suche zu beschleunigen oder eurer Suche zu einem abrupten Halt verhelfen, wenn ihr merkt, dass Ihr gar nicht mehr suchen müsst?  Denn in den Mythos Messer wird mehr interpretiert und investiert, als in alles andere im Hobby. Warum? Ich weiß es nicht - und es soll auch nicht das Thema sein!

Eine einfache Faustregel ist: "Das schlechteste Messer, ist das, das Du brauchst aber nicht hast, das beste Messer ist das, das Du hast, wenn Du es brauchst!". Oder kürzer ausgedrückt: "Ein Messer, ist besser als kein Messer!".
Wie wählt man nun das eine aus? Eigentlich ganz einfach, man nimmt es in die Hand. Will man es nicht mehr weg legen, ist die Chance gut, dass man damit glücklich wird. Natürlich gibt es auch nüchterne Faktoren, wie die Härtung, Stahlsorte, Rostanfälligkeit ja/nein, etc. Aber das ist auch bald wieder eine Glaubensfrage, denn der eine schwört auf (rostenden) Carbonstahl, der nächste auf (rostfreiene) SV30 und wieder der nächste findet generell alles mit Plastikgriffen doof, egal wie das Material verarbeitet ist!  Die nüchternen Fakten beim Messerkauf werde ich demnächst thematisieren, für heute geht es aber nach wie vor um die Einstellung.

Das wichtigste ist, zu realisieren was ein Messer ist: Ein Schneidwerkzeug. Es ist keine Axt, keine Schaufel, kein Brecheisen und keine Lanzenspitze. Man kann sicher all diese Funktionen mit einem Messer, irgendwie, mehr schlecht als recht, substituieren, aber es ist nicht dafür gedacht. Haben wir das Messer auf seine Haupteigenschaft reduziert (Gott, was sind wir oberflächlich...), stellen wir fest, dass sich plötzlich viele Fragen nicht mehr stellen. Wir müssen nicht mehr bewerten ob das Messer hacken, graben oder hebeln kann, wie man es an einem Speerschaft befestigt, etc.

Ein weiteres Argument, was wir uns vor Augen führen müssen ist: Die Welt wurde mit Mora Messern und IKEA Metzgermessern erschlossen! Nein, ich bin nicht durchgeknallt. Über hunderte von Jahren waren Steckangelmesser (Messer, bei denen ein dünner, nagelartiger Ansatz an der Klinge zu ca 3/4 in einen Holz-oder-Horngriff getrieben wird) das gebräuchliche Werkzeug, teilweise sogar für wuchtige Hiebmesser. Selbst im letzten Jahrhundert wurden viele Forstwerkzeuge mit Steckangel realisiert. Die Fixierung auf Vollerlbauweise (der Ansatz der Klinge in den Griff folgt der Griff-Form auf voller Länge und Breite) ist ein eher moderner Ansatz. Und auch die sogenannten "Bowie Messer" entstanden aus den Trappermessern - billigen Fleischermessern der Hudson Bay Company - aus relativ weichem Stahl, der unzerstörbar, leicht zu schärfen und billig in der Herstellung war.

Diese offensichtliche Ignoranz gegenüber der Qualität der Messer, ihrer Bauweise und Auswahl der Materialien hat offensichtlich nicht zum Untergang der menschlichen Rasse geführt. Dann sollte es uns doch auch nicht zu sehr grämen, ob wir mit dem optimalen Schneidwerkzeug in die Natur ziehen. Es sollte wichtiger sein, dass wir mit (irgend-) einem Schneidwerkzeug IN DIE NATUR ziehen!

Samstag, 22. März 2014

McNett NiteStik - Passiver Leuchtstab

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Hallo, heute möchte ich ein kleines “Helferlein” vorstellen, das mir seit vielen Jahren gute Dienste leistet – den NiteStick. Dieser Mini-Leuchtstab wird einfach im Tageslicht oder unter einer Lampe aufladen leuchtet dann bis zu maximal 12 Stunden - jeden Tag ohne Ressourcen und das bis zu 10 Jahre lang. Wurde wohl entwickelt für das Markieren und Kennzeichnen von Ausrüstung und persönlichen Dingen, und besonders nützlich für alles, was man in der Dunkelheit wiederfinden möchte. Ich verwende ihn z.b. zur Markierung meines Tarps, für die Sortierung des Medic Kits, aber auch als Bissanzeiger für Angelruten. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Der NiteStick ist komplett wasserfest und kann sogar mit der Bekleidung gewaschen werden. Das Licht funktioniert am besten, wenn er sich bei hellem Tageslicht aufladen konnte, der Lichtschein reicht aus, um sein Lager auf 10m zu finden oder die Ziffern einer Uhr zu lesen. Dadurch, dass er wieder aufladbar ist und ohne Strom funktioniert, eine gute, Müllfreie, Alternative zu Mini Knicklichtern.

Maße: 10 x 50 mm
Bezugsquelle: www.begadi.com / www.amazon.de

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Samstag, 15. März 2014

Survie en français – das Opinel Outdoor Messer

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Denkt an an ein Überlebensmesser, hat man oft sehr konkrete Vorstellungen an Form, Material und Aussehen des Messers. Das letzte was einem da sicher in den Kopf käme, wäre ein Opinel. Die Traditionsmarke aus Frankreich vertreibt seit vielen Jahren traditionelle, puristische Taschenmesser mit Holzgriff, wie sie in Frankreich seit hunderten Jahren im Gebrauch sind. Auch in Bayern und Österreich kennt man diese Messe aus der “guten alten Zeit” – als “Klackls”. Typische Brotzeitmesser. Die, oft nur rostträgen, Opinels sind bekannt dafür, leicht schärfbar, wartungsarm und preisgünstig zu sein.  Was hat es nun mit der Outdoorvariante, die ein wenig an ein YPS Heft Gimmick erinnert, auf sich und was kann dieses Messer?
Schaut man sich die Daten zum Messer an, entdeckt man zwar keine bahnbrechenden Innovationen, aber sinnige Features, die sauber und hochwertig umgesetzt wurden. Der Griff wurde aus einem Polyamid-/Fiberglas-Material gefertigt, welcher sehr leicht ist. In den Griff mit unverkennbarer Opinel-Form wurde eine laute, zuverlässige, Signalpfeife mit 2 Tönen integriert. Für die 2,5mm dicke Klinge kommt Sandvik Stahl 12C27 zum Einsatz.  Das, von den klassischen Opinels bekannte, Virobloc-System sorgt für die sichere Arretierung der Klinge in in geöffnetem und geschlossenen Zustand, ein Neuling mit Opinels muss hier etwas aufpassen.

Übersicht:
- Art: Taschenmesser
- Material Klinge: 2,5 mm starker rostfreier Sandvik Stahl 12C27, arretierbar mit Virobloc System
- Griff: Polyamid/Fiberglas Kombination
- Heftlänge: 10,8 cm
- Klingenlänge: 8,2 cm
- Länge geöffnet: 19 cm
- Gewicht: 63 g
Was kommt “unterm Strich” dabei raus? Bei alle Skepsis muss ich sagen, dass ich von dem Endergebnis mehr als überzeugt bin! Das Messer mit dem Schäklelöffner, dem Wellenschliff und der Pfeife soll natürlich vor allem Wassersportler ansprechen, aber auch als kleines Outdoormesser macht es klaglos was es soll. Ich hätte mir zwar eine Schneide mit Glattschliff statt Teilwelle gewünscht - Opinel kann mit ihren sauber gehärteten Sandvik Klingen getrost auf die Schnitthaltigkeit des Messer setzen und hat den Wellenschliff nicht nötig – bin aber, davon abgesehen, mehr als zufrieden! Ein schönes Detail ist auch der Klingenrücken, denn im vorderen Bereich, wo man evtl für mehr Druck und Kontrolle mit dem Daumen ausüben würde, ist die Kante des Klingenrückens gebrochen, sodass keine Blasen provoziert werden. Der Bereich zur Klingenspitze weist jedoch eine scharfe 90° Kante auf, mit der mühelos ein Feuerstahl genutzt werden kann. Die Kunststoffteile sind sauber gegossen und zusammengesetzt, es gibt kein wackeln, knarzen oder klappern. Gussgrate konnte ich ebenso wenig feststellen wie größere Spaltmaße.
Ich habe mein Opinel nachträglich mit Feuerstahl und Taschenlampe ausgestattet, um so Licht und Wärme mit abzudecken, wer mag kann auf diese Konfig noch einen Uhrenkompass aufschlaufen und hat dann auch noch Orientierung abgedeckt. Für mich ist das Opinell zu einem festen Begleiter für Touren geworden!

Im Anschluss findet ihr noch ein kurzes Video, das ich vor längerer Zeit zu dem Messer gemacht habe!
Kurztest zum Opinel Outdoor
Ich bedanke mich herzlich bei der Firma Herbertz, die mir dieses Messer für den Test zur Verfügung gestellt hat!

Freitag, 7. Februar 2014

Review / Langzeittest–Schlafsäcke von Alexika

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Hallo,
nach langer Zeit der Abwesenheit schreibe ich mal wieder einen Artikel. Ich verwende, seit nun mehr 2 Jahren, Schlafsäcke der Firma Alexika, welche im Outdoorbereich relativ unbekannt sind, jedoch den Vergleich mit den bekannten Grössen aus Kärnten nicht scheuen müssen! Das hat auch die Bundeswehr erkannt und beschafft Zelte von Alexika für Sonderverbände. In meinem Fall geht es aber um die Schlafsäcke der Firma Alexika, besser gesagt um die Tengu Reihe.

Ich habe aktuell zwei Tengu Schlafsäcke im Gebrauch:
- den Mark 22 SB (abk. MK22), ein Schlafsack für Sommer/Herbst/Frühling mit 980g
- den Mark27 SB (abk. MK27), ein Winterschlafsack mit 1900g
Beide Schlafsäcke weisen die selben Charakteristika auf:
- Mumienform, sehr schlank
- grosse YKK Zipper mit Schnelltrennung
- Füllung aus Primaloft Sport
- Wasserabweisende Aussenhaut (ca 1500-2000mm)
- aufgerautes Innenfutter aus texturiertem Nylon, sehr angenehm
- “Anti-Jam” Reissverschlussabdeckung

Einige Details heben die Tengu Schlafsäcke von anderen Marken ab. Die Primaloft Füllung ist äußerst widerstandsfähig, speichert nahezu keine Feuchtigkeit und lässt sich erstklassig komprimieren. Der besondere Clou ist aber die Außenhaut, die Alexika hier verbaut: Das silikonisierte Nylon ist wasserdicht und winddicht aber atmungsaktiv. Das hat zur Folge, dass man sich, bei Nutzung eines Tarps, einen Biwaksack sparen kann. Somit sind sowohl der MK22 als auch der MK27 in praktischer Relation leichter, als ihre Mitbewerber, die noch einen Extra Biwaksack benötigen. Ich hatte, bisher, keine Probleme mit Kondensfeuchte im Schlafsack oder Taunässe auf dem Schlafsack.
Isartour (102)
Ich habe den MK22 auf zahlreichen, alpinen, Touren dabei gehabt, selbst wenn man den Atem deutlich sehen konnte, lag ich im MK22 warm und trocken. Der MK27 hat mich auf mehreren winterlichen Touren begleitet, das einzige was ich zu beanstanden hatte war, dass er bei 8° Außentemperatur im Herbst ZU warm war. Gerade bei Gegenden mit hoher Luftfeuchte / morgendlichem Tau und Nebel, haben sich die Schlafsäcke bewährt.

Es bleibt lediglich ein kleiner Wehmutstropfen: Die relativ hochpreisigen Schlafsäcke sind leider nur für schmälere Personen passend, durch die Konturform des Schlafsacks könnten Menschen mit breiteren Schultern Platzprobleme bekommen. Das ist jedoch jammern auf hohem Niveau, denn wenn man in den M22 oder MK27 passt, will man ihn nicht mehr hergeben.
Bezugsquelle: http://www.alexika.eu/produkte/schlafsacke.html

Bildquelle / Copyright Text&Bild: Walter Ruf / 2012-2014

Montag, 26. August 2013

Nachtrag zu “Häresie am goldenen Kalb”

Was ich hier  eigentlich herausstellen wollte, war der Kult, die Erhebung zum Ultima-Ratio, der Terz ums Messer, hinter dem alles andere, alle anderen Faktoren zurückstecken muss. Ich erlebe es immer wieder: Ein Messer darf auch mal 300 EUR kosten (unter 100EUR ist eh Popel), und bei einem 99 EUR Messer nimmt man gleich zwei, falls eines unscharf wird. Wenn dann aber ein gutes Tarp mal 60 EUR kosten soll, oder der Rucksack auch mal mit 300EUR+ aufs Täschel schlägt, tut es plötzlich auch der billig Rucksack aus dem Discounter und die Baumarktplane. Das wäre, in sich, nicht weiter erwähnenswert.
Die von mir, stark überzogen, persiflierte Spezies hat leider, zu ihrer einseitigen Präferenz, zudem ein überaus starkes Sendungsbewusstsein inne, das es nötigt, jedem Mora, Opinel- und Böker- Nutzer zu erklären, warum sein Messer voll doof, für die Wildnis ungeeignet und überhaupt eine Schande für die Gattung Klinge sei und ohne XY geht es ja sowieso nicht.
Und um das Fass dann vollends rund zu machen, ist ein Gros dieser sendungsbewussten Spezies dann regelmässig zur Stelle, um zu erklären das Rucksack XY viel zu teuer ist und Modell 47/11 von HullaBulla für 19,95 eh das selbe kann!
Eine Crux hat die Situation an sich, man kann sich, egal ob Schreibtischtäter oder Praxismensch, bei Messern angenehm zurücklegen und, auch ohne das Messer jeh in der Hand gehabt zu haben, mit Stahltabellen um sich werfen und so mit Fakten jede Diskussion niederknüppeln. Im Gegentum tut man sich schwer, Fasertabellen, Webartdiagramme und Newtonwerte für Nylon/Polyesterstoffe und Webband im Netz zu recherchieren. 600D ist nunmal eine Gewichtsangabe und ähnlich wie beim Metzger gilt hier leider das analoge Stammtischwissen "je mehr, desto gut" weshalb der 1000D Aldi Rucksack per Definition nicht schlechter sein darf als der Fjällräven Kajka.
Ein Oxymoron dieser Beweisführung ist, dass das 19,95 Munro aus 11833 SandFuck Stahl sehr wohl schlechter als das 119,95 KodijakBBQ aus eben jenem 11833 SandFuck Stahl sein darf. Warum? Weil es ein Munro ist. Und weil ... Baum! Einfach-nur-Baum!

Donnerstag, 22. August 2013

Häresie am goldenen Kalb!

Was dem KFZler der Ferrari, dem Gourmet das Kobe-Rind und dem Pferdefan der Lipizzaner, ist dem Outdoor und Campinganhänger das Messer. Für die einen ein Stück kalter, flacher Stahl, für den anderen ein Phallus-Symbol mit Schleifkerbe und Griffschalen!

Zu keinem anderen unbelebtem Objekt hat der (frei-) waldlaufende Naturfreund eine derart innige und leidenschaftliche, ja fast ins fanatisch-obsessive gehende, Beziehung. Vor dem Messer muss alles andere anstehen! Alles, aber wirklich alles, kann man notfalls negieren und / oder aus dem Baumarkt oder Discounter substituieren! Alles...  Nur nicht das Messer nicht. Das geht ja gar nicht! Wo käme man(n) denn da hin? Das Tarp aus dem Baumarkt, der Rucksack vom Lebensmitteldiscounter und das Kochgeschirr aus Pressblech, alles vertretbar, alles valide, solange das Messer Vollblutstahl mit reinrassigen Stammbaum, der mindestens auf General Custers ersten Säbel zurück geht, ist! Der Griff aus edelstem Wurzelholz, auch wenns bei Muttis Küche nur für Linoleum-Laminat-Imitat reicht, die Scheide aus feinstem Elfenleder, müssen halt die alten Knobelbecher als Treter herhalten, denn die waren schließlich 19-hundert-Schiessmichtot, bei der Besteigung des kalten Buffets auch schon knorke! Der Schleifstein mit Diamanten(staub), da lässt sich der Aspirant auf den Jim-Bridger-Gedächtnis-Preis nicht lumpen, der Ferrari wird schließlich auch nicht mit schnödem Klopapier poliert! 

Ähnlich des Bürgers meist gekauften Phallus-Symbols, des KFZ Boliden, welcher selten eine Rennstrecke sondern vielmehr die Parkplätze schnöder Republik-Vororte sowie die Bundesstrasse 47/11 zum Diskoschwoof zu Gesichte bekommt, findet sich des Steppentänzers größtes Pläsier im Alltag mit eher trivialen Herausforderungen konfrontiert. So wird das Prunkstück an den 19,95 "Assault Pack" geschnallt und tapfer durch bundes-deutsche Wälder und die Bushcraftszene getragen werden,  wo es Aldi-Formfleisch Steaks auf Papptellern zerteilen und Erbswurst Pakete öffnen muss, dass es eine Freude ist. Und wenn deren Inhalt dann in das 5 EUR Alu Pressblechgeschirr wandert um auf der, rüde mit dem Brieföffner ("Mit MEINEM Messer stanzen? Ich fahr doch auch keine Gülle mit dem Ferrari aus!?"), modifizierten Hundefutterdose erwärmt wird, schließt sich letztendlich der Kreis.

Wie gut dass man(n) ein Qualitätsmesser hat!

Sonntag, 15. Januar 2012

Gimme options


Einleitung 
Ich möchte hier ein Kit vorstellen, dass ich in jeder meiner Taschen, Rucksäcke und Smocks habe, im Gebrauch ca seit 2009. Ich nenne es bewusst nicht "Survival Kit", da es nicht das "Überleben" an sich sicherstellt, sondern dem Nutzer Optionen bietet. Es ist ergo keine Lösung, sondern eine Augmentation! Es unterstütz vorhandene Fähigkeiten, es mildert / verstärkt Faktoren, es bietet Auswahlmöglichkeiten und es streckt Ressourcen. Vor allem aber kostet es fast nichts. Die Komponenten die man(n) dafür im Fachhandel kaufen muss, beschränken sich auf den Gegenwert zweier Schachteln Zigaretten oder in meinem Fall einem Schnitzel mit Pommes! 


Was enthält der Set, kann ich damit machen, warum habe ich es drin?
Ich habe die Option, Feuer zu machen mit einem kleinen Feuerstahl, mir aus Vaseline und Tampon Zunder zu machen und mich zu wärmen und trotz vergessenem Kocher meine Suppe machen. Ich habe die Option, mir mit der Folientüte, der Vaseline und dem Klebeband einen Brandwundenverband zu machen, mit dem Tampon eine Blutung zu stoppen und mit der Vaseline Hautreizungen und Sonnenbrand zu behandeln. Ich kann mir mit dem eingeschweißten Romin 3 Liter Wasser trinkbar machen oder mit 50ml Wasser eine Desinfizierende Lösung herstellen. Ich kann mit den Medikamenten (Cetirizin, Paracetamol, Tonsiotren und Neurexan) Kopfschmerz, Fieber, Allergien, Migräne, Halsschmerzen, Katarrh, Mandelentzündung und Schlaflosigkeit / Nervosität bekämpfen. Ich kann mit der Pinzette Dornen und Stacheln entfernen, mit der Scalpellklinge Blasen öffnen (wenn es denn sein muss). Ich kann Blasen und Schnittwunden mit den Pflastern abdecken. ich kann aus dem Wald raus, auch wenn der Kompass und das GPS im Eimer sind. Ich kann 5h länger als geplant im Wald / bei guten Freunden bleiben, weil ich eine Taschenlampe habe, auch wenn bei meiner primären die Batterien alle sind. Ich kann meine Ausrüstung und Kleidung reparieren und mit dem Leuchtstab markieren, wenn ich mich davon trennen muss. Ich kann meine Kinder mit der bunten Schnur, dem Leuchtstab und dem Traubenzucker beruhigen, beschäftigen und evtl ruhig einschlafen lassen. Alternativ gibt mir der Traubenzucker den (sei es nur psychologischen) Push um 5min früher am Parkplatz zu sein um meiner Frau einen Strauss Blumen zu pflücken. Ich kann meine kaputten Schnürsenkel ersetzen und die Tour zuende machen. Ich kann hunderte Sachen schnitzen, ich kann wenn es doch mal nötig ist Signale für die Luftrettung legen. (Ich kann eine schöne Frau mit Regelproblemen als Frauenversteher beeindrucken) Ich kann die Spitze meines Tipis, mit dem ich dann den Omega Forenwettbewerb gewinne, mit dem Paracord zusammenbinden. 


Fazit:
All diese Optionen, und es gibt garantiert noch mehr, passen in eine Hand und die Brusttasche meines Hemdes, wiegen keine 100g und kosten keine 10 EUR! Was sie nicht machen: Sie denken nicht für mich. Sie erklären mir nicht, wie Unterkühlung abläuft, wie Blutungen aufhören zu bluten, warum Kinder weinen und Wasser von steilen Dächern schnell abläuft. Es sind, wie eingangs geschrieben, Optionen die im Einklang mit angewandter Nutzung Fähigkeiten augmentieren. Sie können aber keinn "Outdoor-Skillz" generieren oder substituieren, wo keine vorhanden sind. Man drückt nicht auf einen Knopf und der Survival-Djinn erscheint, und erfüllt 3 Wünsche (denn wie wir wissen: "Drei Wünsche auf einmal? Das geht nun wirklich nicht!"). Und das Wünschen weiterer Wünsche ist sowieso nicht wünschenswert! Aber für das was es kostet, was es an Aufwand einmalig benötigt und was es bietet, ist es imho die Eierwollmilch legende Vollrindsau, viertürig und mit Blaulicht! Heidewitzka!


Samstag, 31. Dezember 2011

Ecotat Review

Ein kleiner Vergleich von zwei Einmannzelten, einmal zivil, einmal militärisch. Mein Favorit ist nach wie vor das Ecotat!


Und im Anschluss noch ein paar Bilder:





Mittwoch, 28. Dezember 2011

Weniger ist mehr

Letztes Jahr, um diese Zeit, war ich noch mit 45L Eagle Rucksack unterwegs, jetzt reicht mir ein 20L "Packerl".
Finde ich eine interessante Entwicklung.



Waldfuchs Kinderrucksack

Ich bin ja "Kinderoutdoor" Artikeln gegenüber sehr skeptisch, in vielen Fällen ist es der Versuch minderwertigen  Kram (nach dem Motto "zum spielen taugt es") an Kinder respektive die Eltern  unter der Prämisse dass es ja pädagogisch wertvoll ist, die Kids damit in die Natur zu schicken, zu verticken.
Eine schöne Ausnahme hierzu ist, meiner Meinung nach, der Waldfuchs von DEUTER. In unserem Fall hat das Christkind den Rucksack meinem Sohn gebracht. Er ist in froschgrün / oliv gehalten und schön leicht.

Das Hauptfach hat 2 Unterteilungen und wird mit einem Schnürzug geschlossen. Eine SIGG Flasche, eine Jacke, Vesperbox und Kleinkram passen auf jeden Fall rein. Die Seitentaschen sind klasse für Schal, Handschuhe oder gefundene Schätze. Die Fronttasche wäre auch perfekt für eine SIGG oder kleine PET Flasche. Beim Rückenfach hat sich Deuter wohl beim BW Rucksack inspirieren lassen, das Rückenpolster ist aus Evazote Schaum und als Sitzunterlage herausnehmbar.  Richtig klasse sind die Fastex Verschlüsse, diese sind hochwertiger als bei manchem Erwachsenen-Produkt und wirklich "kinderleicht" zu bedienen.

Ich muss sagen, ich bereue die 29 "Sterntaler" fürs Christkind nicht, einzig meinem Sohn zu überreden nicht mit dem Rucksack ins Bett zugehen war grenzwertig.



Dienstag, 20. Dezember 2011

Das Ecotat

















Hi, hier möchte ich ein eher seltenes Ausrüstungsstück vorstellen, das TMP (Tent, Multi-Purpose) von Ecotat. Das Ecotat ist ein ca 1,8kg schweres Einmannzelt, dass als zelt, Biwaksack und/oder Regenmantel verwendet werden kann. Es wurde für das IIFS (Individual Infantry Fighting System) entwickelt und ist zusammen mit dem MPSB (Multi-Purpose Sleeping Bag) sowohl Teil des sog. SF Sleeping Systems als auch der Überlebensausstattung für Piloten. Das ganze Set ist sehr einfach aufgebaut, gut verarbeitet und narrensicher! 
Ich sehe zu demnächst ein Video zu machen!

Samstag, 3. Dezember 2011

Review: Vargo Hexagon Titan Holzofen

Ich möchte hier meine Erfahrungen zum Vargo Hexagon Titan Holzofen / Hobo teilen. Der Kocher kommt flach gefaltet in einem schwarzen Nylon-Transportbeutel. Das Packmass ist toll. Die Bauteile aus Titan sind schnell zusammengestellt und sollten auch große Hitze aushalten, ein ablöschen mit kaltem Wsser kann aber zu Verformungen führen. Beheizt habe ich ihn bisher mit Kienspänen, Tannenzapfen und kleinen Ästen. Das ging ganz gut. Packt man einen Spriritusbrenner (BE-X oder Trangia) in den Kocher, fungiert dieser quasi als Windschutz und eine Art Caldera Cone. Der Topf wird auf den Rand gestellt, ich denke ab 1 L sollte die Grenze des sinnvollen erreicht sein. Durch die konische Form zieht der Ofen sehr gut und die Front-'Tür' erlaubt ein gezieltes Nachlegen bzw. eine Regulierung der Luftzufuhr um die Brennleistung zu erhöhen.

Ich verwende den Kocher hauptsächlich mit dem Spiritusbrenner, aber gerade die Option ihn auch "on-site" beheizen zu können, macht ihn schon sehr attraktiv für mich. Ob der heftige Anschaffungspreis es wert ist, muss jeder mit seinem Geldbeutel ausmachen.

Fakten:

  • Bauart: Standkocher
  • Brennstoffart: Mehrstoffbrenner
  • Gewicht: 116 g
  • Maße: Durchmesser: 12,7 cm (unten), 7,6 cm (oben), Höhe: 10 cm





Neuer Puma im Käfig

Neuester Zuwachs meiner Sammlung Messer: Ein feststehendes Fahrtenmesser von Puma. Genaue Herkunft unbekannt, stammt aus einer Sammlung. Wenn von euch wer mehr darüber weis/ mir sagen kann, bitte ich um Info!
Danke!