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Donnerstag, 3. März 2016

Messersicherheit - mit einer Portion Selbstkritik

"Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern geben!" - Oscar Wilde

Ein wahrer Satz. Nun bin ich auch ein bekennender Fan von Winston Churchill, welcher mal sehr richtig gesagt hat "Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.". Nun, das mag sein, aber wenn man selbst Mist baut sollte man das auch eingestehen.

Es gibt einen Satz wichtiger Regeln, die beim Arbeiten mit Messern beachtet werden sollten, die wichtigsten 3 sind:

  1. Immer eine scharfe Klinge benutzen - denn Stumpfe rutschen eher ab und man braucht mehr Kraft
  2. Wer schnitzt, der sitzt - und macht nichts anderes
  3. Die Schnittbewegung geht vom Körper weg - selbsterklärend
Nun all das habe ich meinen Kindern, aber auch Workshopteilnehmern immer wieder gesagt und vor allem meine Kids befolgen das auch perfekt. Heute ist es dennoch passiert: Während der Vorbereitung zum Messebesuch wollte ich einen Prototyp eines Messers noch mal  reinigen. Ich war kurz von einem anderen Gedanken abgelenkt, rutschte ab und mit dem Mittelfinger über die Klinge. Das Resultat war ein tiefer Schnitt in der Fingerkuppe und ein stetiger Strom Blut im Waschbecken. Ich weiß jetzt zwar, dass ich mir mit der Linken Hand einen Finger abbinden kann und auch einen Druckverband improvisieren, aber so richtig happy macht mich die Erkenntnis nicht.

Natürlich war ich zu Hause / im Büro, es war meine Frau in Reichweite und auch wenn es schwerer gewesen wäre, wäre Hilfe schnell zur Stelle. Aber im Wald, auf Tour, sähe so eine Verletzung schon anders aus. Natürlich ärgert es mich, dass mir dieser Fauxpas unterlief, aber er unterstreicht auch, wie wichtig es ist, sih auch nach Jahren nicht seiner Routine sicher zu sein - und immer ordentliches Verbandszeug zur Hand zu haben! 
In diesem Sinne, macht es wie Churchill - und seids nicht so tappert wie ich! 

Freitag, 31. Oktober 2014

Leitfaden: Draussen im Winter

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Hallo, ich möchte hier, in kurzer Form, einen kleinen Leitfaden veröffentlichen, für diejenigen die mit dem gedanken spielen im Winter raus zu gehen!  Er wurde in Zusammenarbeit mit Alpinisten / Gebirgsjägern und Medizinern erstellt, erhebt aber in keinster Weise den Anspruch auf Perfektion oder Vollständigkeit. Es wurde ausschließlich vom Regel/Idealfall ausgegangen!

Generelles über Kälte
Im Winter ist der wichtigste Faktor, den Status Quo der Körpertemperatur von 36,0 bis 37,4 °C zu erhalten. Sinkt die Körpertemperatur unter 35°C reagiert der Körper und produziert Wärme durch automatisiertes Muskelzittern. Dies ist der Beginn der sog. Hypothermie. Dabei ziehen sich Blutgefäße in den Gliedmassen zusammen um die Durchblutung der äußeren Körperregionen zu reduzieren. Sinkt die Temperatur weiter, trübt sich das Bewusstsein ein. Diese Eintrübung kann bis zur sog. Kälteidiotie führen. In dieser Phase tritt bereits eine deutliche Abschwächung der Reflexe ein, das Zittern hört auf. Dies wird in Verbindung mit der Eintrübung oft fälschlicherweise als ein Zeichen der Erwärmung gesehen, in Wahrheit stellt der Körper das Zittern aber wegen Auswegslosigkeit ein. Wenn die Temperatur auf weniger als 28 °C absinkt, kommt es zu Ohnmacht, unter 28 °C fällt der Körper in einen Scheintod-ähnlichen Zustand. Ist man alleine, ist dies im Regelfall das Ende.

Erkennen von Unterkühlung: Neben dem augenfälligen Zittern ist die Störung der Motorik ein klares Zeichen für Unterkühlung. Ist man nicht mehr in der Lage feinmotirische Fingerübungen zu machen (wie z.b. den "Mr Spock Gruss", oder die Hand flach strecken und kl. Finger und Daumen zusammenführen ohne die anderen 3 Finger zu krümmen), sollte man Maßnahmen ergreifen.
Der Körper kühlt auf vielfache Weise aus. Eine Bauernweisheit, die man auf den Mist werfen kann, ist, dass der Mensch 70% der Hitze über den Kopf verliert. Jederman(n) kann sich selbst ausrechnen, was die am stärksten durchblutete Extremität des Körpers ist.

Wind ist ein weiterer entscheidender Faktor. Jeder kennt die Angabe "Gefühlte Temperatur" beim Wetterbericht. Diese gibt nicht nur an, wie unbehaglich man sich fühlt, sondern auch wie der Körper die Temperatur wahrnimmt. Wind sorgt extrem für Auskühlung, da er u.a. keine Bildung eines Kleinklimas zulässt. Die erfrischende Brise im Sommer kann im Winter den Unterschied zwischen kalter Nacht und Kältetod ausmachen. Ein windgeschützter Unterschlupf ist die halbe Miete für eine ruhige Nacht. Feuchtigkeit ist ebenfalls ein Killer im Winter. Feuchte Kleidung, im Schneematsch stehen/arbeiten oder Schneeregen mit 15km/h kühlen die ihr exponierten Körperteile bis zu 20x schneller aus, als trockener Wind. Was für eine Belastung durchfeuchtete, verschwitzte Kleidung, die am ganzen Körper anliegt, hat, sollte sich jeder ausmalen können. Kontakt mit kalten Oberflächen ist ebenfalls ein Faktor. Ein jeder von uns hat mal als Kind den Satz "Bub, setzt dich nicht auf die kalte Steinplatte, da wirste krank!" gehört. Tatsächlich ist es so, dass vor allem Schnee (und wir reden ja vom Winter) und nasses, gepresstes Laub dem Körper bis zu 15x mehr Energie entziehen wie Holz oder trockener Stein.

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Kleidung
Die Kleidung ist der essentielle Faktor im Winter, da sie das Fell ersetzt das wir vor Jahrtausenden verloren haben. Kleidung erfüllt 3 Aufgaben: Sie transportiert Feuchtigkeit weg vom Körper, sie isoliert die Körperwärme und sie schütz vor Wind und Nässe. In der Regel erfüllen diese Aufgaben 3 Lagen:

  1. Unterwäsche, aus Wolle oder Synthetikfaser (Baumwolle ist im Winter nicht anzuraten, trocknet zu langsam), die den Schweiss abtransportiert
  2. Eine Isolierende Schicht aus Wolle, Synthetifasern oder Daune, die die Wärme zurückhält
  3. Eine schützende Schicht, aus winddichter, imprägnierter Baumwolle, Laminatgewebe oder anderer Kunstfaser

Die Kleidung sollte bequem geschnitten sein, leicht zu belüften und bedarfsorientiert tragbar sein. Es ist immens wichtig, dass die Kleidung schnell trocknet. Vor allem Unterwäsche wird IMMER klamm werden, sie darf es aber auf keinen Fall bleiben. Baumwolle ist hier, tatsächlich, die schlechteste Option. Auch das im Sport gehypte Coolmax ist zwar sehr gut, aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Moderne Kunstfasergewebe mit extrem geringer Oberfläche (und somit geringem Speichervolumen für Wasser) wie Seide, Polartec oder Lycraverbindungen sind der Baumwolle bei weitem vozuziehen. Aber auch Wäsche aus Merinowolle erfüllt ihren Zweck erstklassig.
Als Mittelschicht ist eine Lage aus leichter, voluminöser Kunstfaser (oder Daune, dies ist eine Glaubenssache) ideal. Primaloft ist zur Zeit der Platzhirsch der leichten Isolierungen, aber auch GLoft und das mittlerweile in die Jahre gekommene HollowFill erfüllen ihren Zweck. Steppfutter, wie die altbekannte Kälteschutzjacke der BW, wärmen zwar auch, speichern aber auch Wasser wie ein Wischmopp. Ähnliches gilt auch für das Teddyfutter des BW Parkas. Eine Fleecejacke, zum Wechseln bei schwereren Arbeiten sowie ein Windshirt runden die Kombo ab. Softshells eignen sich nur bedingt als MidLayer, das sie die Abgabe der Feuchtigkeit behindern. Als letzte Schicht kommt die Aussenhülle, sie sollte stabil, winddicht, wasserdicht/wasserabweisend und weit geschnitten sein. In trocken-kalten Gebieten hat sich auch Baumwollkleidung in Köperbindung, gewachst oder imprägniert, bewährt. Kunstfaser wie GoreTex ist ideal für nass-kalte Szenarien. Eine Wollmütze und Handschuhe runden das Set ab.

Essen und Trinken
Im Sommer muss man mehr drinken! Wer hätte es gedacht! Ergo, nach Adam Riese muss man im Winter mehr Essen, richtig?
Ja UND Nein! Sowohl Winter als auch Sommer sind Klimazonen/Jahreszeiten, die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme bedeuten. Durch den Kältereiz wird der Harndrang angeregt, man verliert mehr Wasser als sonst. Man kann getrost davon ausgehen, dass man im Winter annähernd soviel Flüssigkeit zu sich nehmen sollte wie im Hochsommer. Wichtig ist hier, dass die Flüssigkeiten erwärmt sind, um nicht unnötig Heizleistung (die durch Nahrungsaufnahme kompensiert werden muss) zu verschwenden. Dadurch dass der Körper mehr Energie zum heizen braucht, benötigt er auch mehr Wasser zur Verdauung. Daher gilt auch hier: Nie Essen ohne Trinken! Dass Nahrung, die kalt zu sich genommen wird, den Körper weitere Heizleistung abnötigt, sollte klar sein! Nahrung sollte darauf abgestimmt sein, den Körper ausgewogen mit “Brennstoff” zu versorgen, denn im Winter arbeitet in uns ein kleines Heizkraftwerk, das unseren Körper auf Kerntemperatur hält. Müsliriegel mit wenig Zucker, Vollkornbrot, Reis, Vollkornnudeln, Nüsse und natürlich Fleisch liefern hier die nötige Leistung. Ein Snack vor dem Schlafengehen (ein Müsliriegel und ein paar Nüsse) helfen auch, Nachts wärmer zu schlafen!

Unterschlupf / Lager
Der Lagerplatz sollte windsicher, trocken und in ausreichender Nähe von Feuerholz sein. Es ist zu beachten, dass bei einem Feuer Schnee von den Bäumen fallen/tropfen kann und dem dann bei der Planung des Lagers Folge zu leisten ist. Wenn es die Umgebung zulässt, sollte das Lager nicht von Schnee geräumt werden, stattdessen der Schnee verdichtet / fest gestampft werden und im Idealfall ein Zwischenboden aus Reisig / Streu oder ein Knüppelboden eingezogen werden, um Auskühlung durch permanenten Kontakt mit dem Schnee zu vermeiden. Um die Feuerstelle, wo der Schnee auf jeden Fall schmelzen wird, sollte auf jeden Fall Reisig gelegt werden, sodass man nicht permanent im aufgeweichten Boden/Pfützen steht.

Schlafen
Ein Fleeceinlett zum Schlafsack minimiert den Chlling Effekt beim Einstig und erleichtert das auslüften / trockenlegen (z.b. bei Schwitzen durch Fieber). Eine gute Isomatte und ein windgeschützter Schlafplatz sind die halbe Miete. Ein herzhaftes, energiereiches Betthupferl (Müsliriegel, am Körper vorgewärmt) und Verzicht auf Kaffee bringen sowohl das innere Heizkraftwerk auf Touren, als auch den Harndrang zum pausieren. Muss man Nachts doch "mal raus", haben sich viele Leute angewöhnt, eine dedizierte Weithalsflasche als "Pinkelpott" in den Schlafsack zu nehmen, sodass sie ihr Geschäft innen erledigen können. Eine warme Kopfbedeckung / Balaclava ist ebenso sinnvoll, da es nicht gut ist in den Schlafsack zu atmen, da die Kondensfeuchte den Isolierwert (vom Komfort nicht zu reden) stark herabsetzt.

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© 2014 Huginfell.de

Montag, 27. Oktober 2014

Gefährliche Ratschläge – Wille gegen Fähigkeiten

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Manchmal kommt man an den Punkt, wo man sich an den Kopf fasst und denkt “Ja spinnt der denn, warum gibt er solch einen Stuss zu besten? Ein solchen Knaller hat sich die “SF Legende” Joe Teti (man beachte die “”) kürzlich geleistet. Auf seiner FB Seite schrieb er "the will to survive will always beat the skills to survive.".  
Zugegeben, das meiste was viele Mitmenschen von sich geben, entlockt mir meist nur ein Schulterzucken. Haarig wird es, wenn schwachsinnige Lebensweisheiten zwangsläufig zum potentiellen ableben anderer Mitmenschen führen würden!

Wenn das nun Severin Bröselmeier aus der 9a gewesen wäre, könnte man es ja mit obigen Schulterzucken abtun. Nun ist aber aber so, dass besagte Person, ungeachtet der Tatsache dass die Hälfte seines Lebenslaufs aufpoliert und beschönigt erscheint, eine gewisse Medienaufmerksamkeit genießt – und zudem auch noch als Redner vor Pfadfindern auftritt! In der Summe ausreichend Blödsinn im platzsparenden Dünndruck, um das an-den-Kopf-fassen zu rechtfertigen! Und natürlich kann man sich darauf beschränken, zu sagen “Der salbadert Blödsinn!”. Aber so einfach will ich es mir nicht machen, daher wird das auch begründet!

Zuerst eimal die Quelle, das Originalzitat: “I have said many times on Dual, "the will to survive will always beat the skills to survive." Think about that for a minute. What are your thoughts? Would you rather have the ability to start fire and make every snare and trap on the planet, or have the mind set of no matter what, I am not going to quit and haul my butt out of here. Don't forget folks...you may have to walk 20,30,40 or even 100 miles to get out of a real world survival situation depending on where you are. There are many factors that come into play, to include your level of physical fitness.”
(Ich habe schon oft gesagt bei Dual, "der Wille zu überleben wird immer die Fähigkeiten um zu überleben schlagen." Denken Sie, mal für eine Minute darüber nach. Was sind Ihre Gedanken? Möchten Sie lieber die Möglichkeit, Feuer zu entfachen und  jede Falle und Schlinge auf dem Planeten können, oder die Denkweise dass, egal was passiert, nicht aufzugeben und ihren Hintern hier raus zu schleppen. Vergessen Sie nicht, Leute ...Sie müssen zu Fuß 20,30,40 oder sogar 100 Meilen, je nachdem, wo Sie sind, in einer realen Überlebens Situation. Es gibt viele Faktoren, die ins Spiel kommen, auch Ihr Niveau der körperlichen Fitness
.QUELLE: https://www.facebook.com/JosephTetiDualSurvival

Was soll uns das jetzt sagen? Der Wille versetzt Berge, überquert Flüsse und entzündet Feuer? Man muss dazu sagen, dieser “Tipp” kommt von einer Person, die Aktionen, die Fähigkeiten voraussetzt immer ihrem Co-Host überließ! Der Wille ist ein wichtiger Faktor, keine Frage, das wird immer so sein. Aber er ersetzt keine Fähigkeiten, keine Kenntnisse! Nur weil ich den jahrgangsbesten Abschluss will, bekomme ich ihn nicht. Weil ich das charmanteste Mädel der Berufsschule ausführen will, ist es nicht passiert. Wenn ich lerne, an mir arbeite und mir Fähigkeiten und Kenntnisse aneigne, dann erreiche ich was ich will!
Die Mentalität “man muss nur wollen” hat Chris McCandles das Leben gekostet. Und er wurde dennoch zum Beispiel für unzählige Nacheiferer, die ihrem Idol folgen wollten. Leider nicht selten bis zur letzten Konsequenz! Park Ranger sprechen da schon vom Chris Mc Candles Syndrom!

Aber was ist reiner Wille ohne Kenntnisse? Genau genommen Größenwahn! Wenn man sagt “Ich schaffe das, egal was kommt, ich brauche keine Kenntnisse!” ist das schon fast Selbstbetrug. Und wird seltenst funktionieren. Natürlich kommt die oben zitierte Lesart männlich-tough rüber und die Fans finden es cool. Aber draußen, im Wald, zählt die Coolness nix! Und Überleben ist kein Catwalk und auch kein Hexenwerk für auserwählte Eliten! Ein gesundes Basiswissen, Erfahrung, Routine und saubere Vorbereitung, geben einem das Selbstvertrauen und die Ruhe, um im Notfall sagen zu können “Jawohl! Ich schleppe meinen Hintern hier raus – denn ich weiß genau WIE ich es mache!”, und man hat viele Faktoren abgedeckt und eine gute Basis"!

Also bitte, macht eure Hausaufgaben, verlasst euch auf das was ihr könnt, und bleibt gesund! Und wenn ihr testosteronschwangere Parolen als “Der Wille alleine zählt” lest, zuckt vielleicht eine Schulter für mich mit, aber bitte lasst den Blödsinn nicht unkommentiert stehen! Danke!

Donnerstag, 26. Juni 2014

Dedizierte Sets für dedizierte Probleme

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Unlängst waren wir auf einer längeren Tour in den Alpen, wo ich einen neuen Rucksack (Fjällräven Helags40, Review kommt bald) mit hatte. In der Deckeltasche dieses Rucksack befand sich mein Medic Kit und ein wenig Kleinkram, Verbandspäckchen und Survivalkit waren in der Beintasche der Hose. Das brachte einige Fragen mit sich.

Da ich die Deckeltasche regelmäßig abkopple und daraus dann einen Daypack mache, war das mit häufigem Umpacken verbunden. An sich aber dumm, wenn der First Aid Kit dem Essen für ein kleines Scouting weichen muss. Daher habe ich etwas umgebaut.

Der erste Schritt, war den Medic Kit aufzusplitten, in Verband,  Erste Hilfe mit Wundversorgung, klein und Medikamente. Die absolut wichtigsten Medikamente habe ich auch im Geldbeutel und Survivalkit. Daher wurde hier schon Platz gespart, da die Medikamente im Frontfach des Rucksacks verbleiben können, die Komponente Wundversorgung aber in der Deckeltasche bleibt. Der Forstverband ist sowieso immer am Mann.

Auch der Survivalkit wurde geteilt. Das Schutzpaket enthält 30m Bankline, eine Rettungsdecke und einen orangen Poncho aus Vinyl. Je nach Bedarf, passt es in die Hose, die Deckeltasche oder bleibt im Lager. Der Survivalkit wurde auf das nötigste entschlackt, die Komponenten an sich aber aufgerüstet. Eine Toologic Survivalcard ersetzt das kleine Neckknife, ein Silva Kompass den Knopfkompass. Anstelle von Tampon/Vaseline befinden sich zwei Tütchen mit FIREDRAGON Brandgel im Set. Und das Set für (gegen!) Dehydration wurde um eine ultrakompakte 500ml Wasserflasche erweitert, die bereits Wasserentkeimer und Elektrolytpulver enthält.

Abgerundet wird das ganze durch ein Fliegersichtzeichen, das gleichzeitig als Tasche für alle Komponenten dient
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Dienstag, 8. April 2014

Circle of Life – Oder auch das sterben gehört zur Natur

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Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich etwas dazu schreibe, ob es angebracht ist, oder nicht. Da es mich nicht wirklich los lässt, habe ich mich entschieden, es mal aufzuschreiben. Ich war vor einiger Zeit wieder einmal im Nürnberger Reichswald unterwegs, um Bilder zu schießen und Muster auszuprobieren (also betrieblich, nicht privat). Gegen Ende der Runde entschied ich mich, sehr spontan, einen neuen Heimweg zu wählen, der mich an der dort grasenden Ziegenherde vorbeibringen sollte. Schon 50 Meter nach Verlassen der Straße traf ich auf die Ziegen am Wegrand. Ich schoss ein paar Bilder und ein kurzes Video für meine Kinder und ging dann weiter. Mehr aus dem Augenwinkel als alles andere bemerkte ich ein Tier am Wegrand. “Oh, eine Ziege” – oder auch nicht. Da lag ein relativ junges Reh im Ginstergebüsch. Meine erste Reaktion war, es zu knipsen, da ich dachte dass es eh jeden Moment aufspringt und die Flucht ergreift. Das passierte jedoch nicht.

Ein genauerer Blick offenbarte einen glasigen Blick und Entzündungen. Was tun? Mein erster Anlaufpunkt war das Forstamt Erlangen, die aber leider nicht zuständig waren. Die verwiesen mich an die Polizei Erlangen. Die baten um meine Nummer und eine Wegbeschreibung. 20 Minuten später rief mich dann der zuständige Beamte des Bundesforstes an, bat um eine Wegbeschreibung und Beschreibung des Tieres. Er bat mich, nicht weiter ran zu gehen, wegen Infektionsgefahr und, wenn es meine Zeit zulässt, darum Wanderer zu bitten den Weg nicht zu nutzen.

In der Zwischenzeit war ich nochmal beim Reh, es zuckte und strampelte mehrmals, ich muss sagen, es war nicht leicht zu ertragen. Irgendwie war der Wunsch da, etwas zu tun. Wasser zu geben – oder es zu erlösen. Beides konnte ich nicht wirklich.
Meine Zeit ging zur Neige, ich musste meine Kinder abholen, also verließ ich den Ort. Kurz vor dem Parkplatz traf ich dann den Zuständigen Beamten, wir wechselten ein paar Worte, er fuhr weiter – ich nach Hause. Als ich in der Schule war, rief er mich noch kurz an und teilte mir mit, dass er das Reh leider nur noch tot aufgefunden hatte.

Was mich beschäftigte, ich hatte meine “Mittagspause” am Hang über der Fundstelle verbracht, in der Zeit liefen gut ein Dutzend Leute den Weg unten ab. Niemand reagierte, niemand kümmerte sich. Irgendwie sehr schockierend! Für mich wars recht ernüchternd. Und ich war froh, dass meine Kinder nicht dabei waren. So was gehört zwar zum Leben und der Realität, aber ich weiß nicht, ob eine solche Holzhammerlektion gut gewesen wäre…

Dienstag, 1. April 2014

Its getting worse – Huginfell goes Apocalypse!

220663_210853952276054_7887899_oWie hier zu lesen ist, schliesst ja leider das Bushcraft Portal Deutschland seine Pforten, Stefan der Admin verkauft die Domain um die Kosten zu decken. Das ist für mich ideal, da ich eh an einem neuen Projekt arbeite. Ich habe Stefan daher um ein Angebot gebeten, da sich die Domain wunderbar, für mein neues Project um Worst-Case-Survival, Hardcore-Prepping und NWO Survival!

Ich hoffe auch, die Leute von Apocalypse Airsoft für realistisches Training gewinnen zu können!  Ich muss mit Stefan vom BCP noch die Zahlung klären, mit 10.000EUR ist die Domain recht happig, aber ich denke da findet sich was…

Mittwoch, 26. März 2014

Allerwelts Survival - oder: Der kleine Worst Case, mit Herz und Musik!

IMG_7619Wir müssen uns vorbereiten! Auf was? Da frägst Du noch? Auf alles! Flugzeugabsturz, Zombies, Annexion des Oktoberfestes durch pro-fränkische Kräfte, den 36h Schreinemakers Marathon auf RTL-X. Egal, Hauptsache vorbereiten! Klingt hysterisch? Ist es auch! Gratulation und danke fürs denken!

Auch wenn ich der Meinung bin, dass Vorbereitung auf alle Eventualitäten das A und O ist, muss ich auch sagen, dass das Ganze so geschehen muss, dass die häufigsten und somit realistischsten Szenarios priorisiert werden müssen. Natürlich macht es Sinn, Bärenspray in Kanada dabei zu haben - die häufigste Todesursache bleibt dennoch erfrieren, ertrinken und evtl. Sturz aus großer Höhe. Daher ist es weitaus gefährlicher, eine billige Schwimmweste einzukaufen oder die Rettungsdecke zu vergessen, als das Bärenspray zu vergessen. 

Und dieses Phänomen ist weder neu noch selten. Überprüft es selbst: Habt ihr in eurem Survivalkit ein Angelset, damit ihr "im Notfall" essen fangen könnt? Ja? Habt ihr auch einen Heissklebestifft, um Schuhe abzudichten, euer Tarp zu flicken und eure Regenjacke zu reparieren? Nein? Wie oft habt ihr eine Tour abbrechen müssen, weil euch das Essen ausging? Wie oft war die Tour in Gefahr, weil das Zelt undicht wurde? Willkommen in der Welt der verschobenen Prioritäten.

Das realistische Survival ist der  Wetterumsturz bei der 8h Bergtour. Das Gewitter, 30min nachdem man die Baumgrenze verlassen und 30min bevor man die Hütte erreicht hat. Der verstauchte Knöchel im Naturschutzgebiet. Der Wadenkrampf auf dem Naturlehrpfad.  Die Mittel, um dem zu begegnen sind weder cool noch teuer. Aber es sollte nicht weniger Sorgfalt auf sie verwendet werden, als auf die "großen Survivalsituationen"! Ein Notbiwaksack im Tagesrucksack, ein billiges Ersatz Handy, eine Regenjacke "die man doch bei dem Wetter gar nicht braucht" oder auch der 5 Cent Heissklebestift - sie alle können die wichtigen Unterschied machen und verhindern dass sich eine Lappalie in einen echten Worst Case verwandelt - bei dem Herzen brechen und Trauermusik gespielt wird!

Wenn ihr eure Ausrüstung plant, plant sie realistisch. Irgendwann werdet ihr auf einem Hügel sitzen, dem Gewitter, das keiner vorhergesagt hat, nachschauen und euch sagen "Hat sich doch gelohnt, die 100g mehr dabei zu haben” - und eure Tour fortsetzen, als wär nix gewesen!